Valentina Brunner
Forced Truth
Mein Projekt beschäftigt sich mit dem Moment des plötzlichen Durchblicks, einer klaren, oft kalten Wahrheit, die sich wie gebrochenes Glas offenbart. Im Zentrum meiner Arbeit steht die Wahrnehmung in dem Augenblick, in dem sich etwas verändert: der Blick durch eine Oberfläche, die gleichzeitig trennt und enthüllt, begleitet von einem Gefühl von Verrat und schlagartiger Erkenntnis.
Visuell ist das Werk von einem Kontrast aus intensiven Rottönen und kühleren Farbnuancen geprägt, die gemeinsam mit spiegelnden, glasartigen Reflexionen eine spannungsvolle Bildwirkung erzeugen. Das gebrochene Glas wirkt dabei als zentrales Störelement, das die anfängliche Ruhe des Bildes unterbricht und eine gewisse Unruhe hineinbringt.
Im Vordergrund befindet sich das zersplitterte Glas, durch das das Auge einer Person sichtbar wird. Es wird von einer fremden Hand gehalten, was eine zusätzliche Distanz und Fremdbestimmung andeutet.
Hinter dem Glas ist eine Figur zu erkennen, deren Gesichtsausdruck bewusst schwer lesbar bleibt und Raum für Interpretation lässt. Der Hintergrund wird von einem intensiven Rot dominiert, durchzogen von goldenen, ornamentalen Mustern, die einen starken visuellen Kontrast bilden.
Ein zentrales Element ist die Hand, die das Glas hält. Sie steht symbolisch für den Moment der Enthüllung und die erzwungene Konfrontation mit der Wahrheit, ein Eingriff, der den Blick lenkt und gleichzeitig die Wahrnehmung verändert.
Ich bin eine Schülerin an der HTBLuVA Salzburg im Zweig „Grafik und Kommunikationsdesign“, und beschäftige mich seit meiner Kindheit intensiv mit künstlerischem Gestalten.
Besonders faszinieren mich die Arbeit mit Ölfarben auf Leinwand, digitale Kunst sowie das experimentelle Kombinieren unterschiedlicher Medien und Materialien. Dabei interessiert mich vor allem, wie sich durch verschiedene Techniken unterschiedliche Wirkungen und Stimmungen erzeugen lassen.
In meinen Arbeiten setze ich mich häufig mit Emotionen, Wahrnehmung und inneren Stimmungen auseinander. Mein Fokus liegt darauf, Gefühle nicht nur darzustellen, sondern sie durch Farbe, Struktur und Komposition für Betrachter:innen spürbar zu machen.
